Die Zukunft der Zeitzeugenschaft

Online-Symposium
21.-23. Juni 2021

Am 23. Juni eröffnet das NS-Dokumentationszentrum München die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“, ein Kooperationsprojekt mit dem Jüdischen Museum Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Aus diesem Anlass lädt das NS-Dokumentationszentrum zusammen mit seinen Kooperationspartnern dazu ein, über die „Zukunft der Zeitzeugenschaft“ nachzudenken und zu diskutieren.

Dabei stellt sich nicht nur die Frage nach einem möglichen gesellschaftlichen Vakuum, sondern auch nach einem reflektierten Umgang mit erzählter und medial bewahrter Erinnerung – wenn die Erzählenden selbst nicht mehr an diesem Prozess teilnehmen können. Forschende aus den Geschichts-, Sozial- und Jüdischen Wissenschaften stellen sich der Frage, wie es nach dem Ableben der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, der Überlebenden des Holocaust, mit der Erinnerungsarbeit weitergehen soll.

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Herzlich Willkommen

Ein Menschenalter nach der Befreiung der Lager und dem Beginn der Konfrontation mit dem Trauma, das die nationalsozialistische Massenvernichtung hinterlassen hat, wollen wir danach fragen, was von dieser Erfahrung bleibt. Und was von den Berichten der Überlebenden, ihrem Erzählen und ihrem Schweigen.

Noch war der Krieg nicht zu Ende, da wurde mit dem Sammeln von Zeitzeugenberichten, mit der Herstellung von Zeitzeugenschaft begonnen. Inzwischen haben die Interviews mit Überlebenden ihre eigene Geschichte: eine Geschichte, die nicht nur verschiedene Schichten von Erfahrung freigelegt hat, sondern auch viel darüber verrät, was die Nachkriegsgesellschaften, innerhalb und außerhalb Europas, in Ost und West von den Überlebenden hören wollten. Welche Lehren aus der Geschichte man ziehen wollte, welche Erzählung, welche Narrative in die Zeit, in politische Systeme, in miteinander wetteifernde Ideologien hineinpassten. Und welche nicht.

Eine Ausstellung erschien uns der richtige Rahmen für diese Erkundung, eine Einladung dazu, sich selbst zu erinnern: an die Bilder und Erzählungen vom Holocaust, mit denen wir nach 1945 aufgewachsen sind und bis heute leben.

Mit diesem Symposium wollen wir dieses individuelle Nachdenken in einen diskursiven Rahmen stellen und gemeinsam mit Schriftsteller*innen, Historiker*innen, Kurator*innen und Vermittler*innen über die Geschichte – und die Zukunft – der Zeitzeugenschaft diskutieren.

Hanno Loewy
Hanno Loewy
Jüdisches Museum Hohenems
Mirjam Zadoff
Mirjam Zadoff
NS-Dokumentationszentrum München
Jörg Skriebeleit
Jörg Skriebeleit
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg